Jul 172013
 

Erdbeerkefir

Der Sommer ist für mich keine Zeit für Sauerkraut. Der Paleo-Anhänger weiß aber um die Wichtigkeit von fermentierten Lebensmitteln, die nicht nur die guten Darmbakterien füttern und stärken (und damit das Immunsystem), sondern auch wichtige Vitamine liefern, wie beispielsweise Vitamin K2.

Also entschloss ich mich, es mal mit einem selbstgemachten Kefir zu versuchen. Zwar habe ich seit Weihnachten Milchprodukte von meinem Speiseplan gestrichen; doch sind fermentierte Milchprodukte viel besser verträglich als beispielsweise pure Milch, zudem enthält Kefir fast keine Laktose mehr. Ich kaufte also beim örtlichen Demeter-Bauern Rohmilch — ja, den Luxus gibt es hier und dafür bin ich dankbar! Die Gesetze machen es Bauern unglaublich schwer, Rohmilch zu verkaufen, der Gesetzgeber will unbedingt, dass die Menschen (hocherhitzte) weiße Plörre trinken sollen. Und im Reformhaus erwarb ich eine Starterkultur für Kefir.

Und dann mischte ich die Starterkultur einfach in die Milch (jajaja, man soll die Milch vorher erhitzen, hab ich natürlich nicht gemacht, ich will alle Vorteile der natürlichen, unerhitzten Milch behalten!) und ließ sie in der Flasche 12 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, danach im Kühlschrank weiterreifen. Kefir braucht auch keinen temperierbaren Joghurtbereiter.

Nach 12 Stunden bei Zimmertemperatur und 24 Stunden im Kühlschrank probierte ich ein bisschen; es ist eher ein Joghurt geworden. Pur wird das nicht mein Lieblingsgetränk — aber wenn’s schee macht … Also habe ich frische Erdbeeren püriert und mit dem Kefir gemischt, das fand ich sehr lecker! Ein bisschen Süße, ein bisschen Säure, wunderbar ausgeglichen.

Ich schätze, es braucht einige Versuche, bis man die Konsistenz und den Säuregrad so hat, dass es genau richtig zum persönlichen Geschmack passt. Ich werde auch noch mit Kokosmilch-Kefir und Wasserkefir experimentieren. Bis dahin freue ich mich über Eure Anregungen/Kommentare!

  6 Responses to “Selbstgemachter Kefir”

  1. Rohmilch oder Vorzugsmilch vom Landwirt sollten Sie aber vor der Verwendung unbedingt für 15 Sekunden auf 75°C erhitzen und dann im kalten Wasserbad abkühlen.

    • Eben das will ich nicht machen und ich sehe auch keinen Grund dafür. Der (Demeter-)Landwirt genießt mein Vertrauen, mein Immunsystem ist gut, weil ich mich richtig ernähre, die Kefirbakterien würden eine unmäßige Vermehrung von schädlichen Bakterien in Schach halten. Ich möchte die Milch im unbehandelten Zustand zu mir nehmen. Sonst könnte ich gleich eine aus dem Supermarkt kaufen.

    • Man sollte nicht vergessen, wie der Kefir entstanden ist und weswegen er sehr viele Sorten Milchsäurebakterien und Hefen beherbergt! Er kam durch Unhygiene zustande!
      Am Euter einer Kuh kleben immer Milchsäurebakterien und wenn sie auf einer Wiese liegt und nicht im Kuhstall steht, dann auch Hefen! Wird sie mit der Hand gemolken, dann gelangen diese Mikroorganismen in die Milch.
      Ich hatte mal Kefirknollen getrocknet. Man kann sie danach nicht wiederbeleben. Sie sind tot und wachsen dann in der Milch nicht mehr. Jedoch leben die Hefen und die Bakterien noch! Wenn man diese toten Kefirknollen in die Milch legt, so wird jene Milch zu Kefir vergoren. Um neue Kefirknollen zu gewinnen, ahmte ich die Lederbeutel nach, worin man früher diese Dickmilch produzierte, Sie wurden nie gesäubert! Dadurch konnte gefahrlos ein neuer Ansatz ohne Probleme so werden wie der alte Ansatz, weil die Lederhaut mit jenen Organismen voll besetzt war. Ich nahm ein sauberes steriles filzartiges Flies aus Kunststoffasern, den man aus käuflichen Wischlappen erwerben kann. Jenes tauchte ich in den Kefir, der mit getrockneten Kefirknollen angesetzt wurde. Das Flies sog sich mit Kefirflüssigkeit voll. Nach dem ersten Ansatz entsorgte ich die abgestorbenen Knollen, da sie nämlich sonst vergammeln und ein Heim für eher unerwünschte Bakterien werden. Für die nächsten Ansätze wurde das kefirgetränkte Flies benutzt, daß wie eine Kefiknolle behandelt wurde. Ich habe es absichtlich nicht mit Wasser ausgespült und gereinigt! Nach einen halben Jahr war dieses Flies übersät mit winzigen Kefirknöllchen, die sich in den winzigen Hohlräumen zwischen den Fasern des Flieses gebildet haben.
      Ich bin überzeugt, wenn man handgemolkene Rohmilch von freilebenden Kühen so behandelt sauer werden läßt, wird sich irgendwann auch ein Kefir im Flies einfinden, so wie im Kausasus irgendwann auf der rauhen Oberfläche der Lederbeutel bei der Dickmilchproduktion die ersten Knäuelchen sich bildeten! Leider konnte ich mangels handgemolkener Rohmilch von freilebenden Kühen dieses nicht nachprüfen.

  2. Hallo Christine,
    Wir sind auch Paleo-Anhänger (+Milchtrinker). Wir machen täglich Kefir aus Heumilch vom Bioladen. Rohmilch vertrage ich gar nicht, davon bekomme ich Hautausschlag. Den Kefir lasse ich auch immer 48 Stunden lang stehen, je länger er steht umso stärker fermentiert er. Aber selbst dann hat er eher die Konsistenz von Trinkjoghurt und wird nie so fest wie richtiger Joghurt (man muss ihn vor dem Abfiltern umrühren, dann wird er wieder flüssiger). Wir mischen ihn in unseren Quark und trinken jeden Abend ein kleines Glas pur. Je wärmer er steht (bei uns um die 23°C) umso besser wird er, da dann die Bakterien aktiv sind und nicht so stark der Hefeteil des Kefirs, der für den Alkoholgehalt zuständig ist.

    Viele Grüße

  3. Ich vertrage Rohmilch sehr gut. Habe an diesem Wochenende Joghurt aus Rohmilch gemacht. Er ist fantastisch geworden.

    Braucht man für Kefir unbedingt eine Kultur aus dem Reformhaus? Mir widerstrebt das. Ich mache Sauerteig auch ohne Kultur aus dem Geschäft – ebenso Joghurt. Vielleicht starte ich einfach mal einen Versuch und impfe die Milch mit Kefir aus dem Bioladen.

    • Hallo Andrea,
      nein, man braucht keine Starter-Kultur aus dem Reformhaus. Es gibt eine sehr aktive “Szene” im Internet (starte mal bei Isa auf http://www.wildefermente.de), die Kefir mit Kefirknöllchen herstellt. Die geben oft auch welche kostenlos ab.
      Für mich ist das nichts, weil man diese Kefirknöllchen regelmäßig mit Kuhmilch “füttern” muss. Ich kaufe aber extrem selten Milch, da ist so eine gefriergetrocknete, haltbare Startermischung für mich einfach besser. Ich würde gerne regelmäßig Kokosmilch-Kefir herstellen, aber auch da ist es so, dass die Kefirknöllchen immer wieder in Kuhmilch auf Erholung geschickt werden müssen, nur mit Kokosmilch kommen sie nicht klar.

 Leave a Reply

(required)

(required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>